Freitag, 18. Dezember 2015

Der Himmel kann warten von Sofie Cramer

Lieblingszitat: 
Was is bloß los mit deinem Herz?



Lilly ist krank. Sehr sogar. Streng behütet wächst sie in guten Verhältnissen auf, unter ständiger Beobachtung und auch Leitung ihrer Eltern. Vorallem ihre Mutter sorgt sich sehr um die ältere ihrer beiden Töchter, manchmal sogar etwas zu sehr.
            Nach dem Abi erfährt Lilly, dass ihre allerbeste Freundin Natascha in eine andere Stadt ziehen wird um Psychologie zu studieren und dass sie schon länger einen Freund hat, was sie Lilly ebenfalls geraume Zeit verschwiegen hat. 
            Lillys größter Traum ist es nach Wien zu gehen, um dort Violoncello zu studieren, doch anders als Natascha kann sie nicht einfach nach Lust und Laune ihre Träume verfolgen, weil ihre physische Verfassung sie zu Hause festhält. Außerdem würden ihre Eltern nie erlauben, dass sie zu einem Vorspielen an das Konservatorium in Wien fährt. Das wäre deren Meinung nach für sie einfach eine zu große Anstrengung.
            Als Lilly eines Tages mal wieder im Internet unterwegs ist, kommt sie durch Zufall auf eine Seite namens last exit. Wie sich herausstellt, eine Seite für Menschen die ein schweres Schicksal zu tragen haben und dort ihrem Frust und ihrem Schmerz Luft machen können. Nachdem sie sich durch ein paar Einträge geklickt hat, kommt sie auf die Seite des, wie dieser jemand sich nennt, Alleszerstörers. Ein Text der sie sehr bewegt führt dazu, dass sie sich kurzerhand unter dem Namen Heilemacherin in diesem Portal anmeldet um diesem scheinbar sehr traurigen Menschen schreiben zu können. Es entsteht eine lange Unterhaltung, zuerst noch über Kommentare auf der Seite und später dann in Chats und per SMS.
            Der eigentliche Name des Alleszerstörers ist Len. Der Grund warum er sich auf dieser Seite bewegt ist sein kleiner Bruder Paddy. Dieser ist nämlich gestorben und das beschäftigt Len seit dem Tag an dem er gestorben ist.
            Lilly und Len lernen sich immer besser kennen und erzählen sich die persönlichsten Geheimnisse und Wünsche. Sie verstehen sich sehr gut. Als Lilly Len jedoch ihren allergrößten Wunsch erzählt, zum Vorspielen nach Wien zu fahren und wie aussichtslos ihre Lage hinsichtlich der Bedenken ihrer Eltern erscheint, fasst Len einen Entschluss: Er wird Lilly zu diesem Vorspielen bringen.
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Ich mochte dieses Buch sehr gerne. In den Lesefluss bin ich aufgrund des Schreibstils super hineingekommen und auch die Geschichte fand ich teilweise wirklich herzzerreißend. Es bringt einen zum Nachdenken, was eigentlich wirklich wichtig ist im Leben und ob die Aufreger über Kleinigkeiten im Alltag wirklich immer sein müssen.
Mein einziger Kritikpunkt wäre vielleicht, dass man etwas mehr in die Gedankenwelt von Lillys Mutter oder Natascha oder auch irgend einem anderen Außenstehenden hineinblicken hätte können. Auf diese Weise wäre einem vielleicht besser verständlich warum sich die verschiedenen Menschen so verhalten wie sie es tun. 
Lilly und Len waren mir beide überaus sympathisch und ich habe mich gerne mit ihren Geschichten und Leben befasst. 


Alles in Allem ein super Buch mit ein paar zu kurzen Szenen hier und da.

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