Montag, 2. Mai 2016

Das Haus der Bösen Träume von F.R. Tallis | Rezension


btb Verlag | 352 Seiten | € 9,99 (D)/€ 10,30 (A) | Leseprobe | Sternebewertung: 4,0 

 England in den fünfziger Jahren. Der junge Psychiater Dr. James Richardson erfährt, dass der berühmte, und in Forschungskreisen berüchtigte, Psychiater Dr. Hugh Maitland einen Arzt für seine renommierte Privatanstalt namens Wyldehope Hall sucht. Richardson bewirbt sich um die Stelle und bekommt diese auch, worüber er sich freut, obwohl besagte Anstalt, wie Maitland es ausdrückt, "ziemlich abseits" zu liegen scheint und Richardsons Vorgänger das Handtuch angeblich genau aus dem Grund geschmissen hat, weil er sich dort "isoliert" gefühlt hatte. All das scheint James Richardson in Kauf zu nehemen, dafür, dass er für und mit Maitland arbeiten kann. Dieser ist unter anderem dafür bekannt, von "Seelenklemptnern", wie er sie abfällig nennt, nicht viel zu halten und eher auf eine medikamentöse Behandlung und Elektroschocktherapie bei Patienten zurückzugreifen.
Doch nicht nur das. In Wyldehope wartet noch eine ganz andere Herausforderung für Dr. Richardson und ob er dieser gewachsen ist, ist ungewiss, denn im Keller des Hauses sind 6 Patientinnen in künstlichen Schlaf versetzt. Maitland ist nämlich ein Verfechter der Schlaftherapie und als Stellvertreter für Maitland ist Richardson, welcher oft als alleiniger Arzt in Wyldehope verbleibt, dafür verantwortlich, dass alles rund läuft und die Patienten und Patientinnen gut versorgt sind. Leichter gesagt als getan, denn es spielen sich zunehmend eigenartige Dinge ab, zu denen Dr. Richardson keine logische Erklärung zu finden scheint, bis...


Persönliches Fazit:

 Das Buch war genau was ich endlich mal wieder gebraucht habe. Eine gruselige Geschichte, welche viele Clichés bedient die in einer Horrorgeschichte nicht fehlen dürfen. Das tut es aber keinesfalls im Überfluss, die Geschichte ist sehr kreativ und das Setting der psychiatrischen Anstalt irgendwo auf dem Land im England in den 50ern ist perfekt gewählt. Die komplette Story also und das Setting geben einen so extrem riesigen Spielraum, auf dem der Autor sich leider nicht vollends ausgetobt hat, hatte ich das Gefühl. Er ist, allem Anschein nach, mit einer ein wenig angezogenen Handbremse gefahren und ich habe wirklich das Gefühl er hätte noch eine Schippe drauflegen können, dann wäre das Buch für mich auch ein fünf-Sterne-Buch geworden. 
 Dr. Richardson, aus dessen Sicht man die meiste Zeit liest, war mir durchaus sympathisch und ich erlebte ihn als schlauen, mutigen, ambitionierten jungen Arzt, welcher die Chance wittert die Karriereleiter in rasantem Tempo emporsteigen zu können. Trotz der großen Dinge die er auf Dr. Maitland hält, hat er keineswegs Angst zu seinen eigenen Ansichten zu stehen, wenn das auch teilweise wirkliche Schwierigkeiten für ihn bringt. Er ist ein durchaus klar denkender Mensch, für den Nichts unmöglich scheint, nicht einmal das Unmögliche. Das machte richtig Spaß zu Lesen, denn von der Perspektive eines Angsthasens wäre das Buch ja schrecklich gewesen.
 Ich fand gut, dass zwischen den Sequenzen in denen man Dr. Richardsons Geschichte las, auch die Überweisungsschreiben der 6 Schlafraum-Patientinnen enthalten waren. Das war sehr spannend und verschiede Sachen verwoben sich dann auch so schön ineinander. 
 Für all jene unter euch die auf eine Geschichte mit unerwarteten Wendungen stehen, ist das Buch definitiv eine Empfehlung. Auch Horrorfans würde ich es natürlich empfehlen, ich hatte teilweise tatsächlich eine Gänsehaut beim Lesen.
 Ich muss ebenfalls sagen, dass ich schon lange kein Buch mehr gelesen habe, welches eine solche Spannung aufgebaut hat, wenn dann zum Höhepunkt hin auch, wie schon erwähnt, mit einem leichten Dämpfer, was wirklich ein bisschen traurig ist, denn sonst wäre das Buch nicht nur richtig toll sondern grandios.

 Anna


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