Freitag, 20. Mai 2016

Jane Eyre von Charlotte Bronte | Hörspiel-Rezension

Der Hörverlag | 3 CDs insges. Hördauer 3h 50 | € 19,99 | Hörprobe | Sternebewertung: 3,8

 Der Klassiker von Charlotte Bronte als Hörspiel unter der Regie von Christiane Ohaus kam im Januar 2016 auf den Markt und wird u.a. von Sascha Icks, Christian Redl und Sylvester Groth gesprochen. Zur Geschichte muss man glaube ich auch gar nicht mehr sehr viel sagen. Kurz und knapp dreht die Geschichte sich um eine junge Frau, genannt Jane Eyre, welche als Kind ihre Eltern verloren hat und bei ihrer Tante aufgezogen wird, jedenfalls bis diese sich entschließt Jane in ein Kinderheim zu stecken in welchem sehr strenge Regeln herrschen. Eine schöne Kindheit verbringt sie also nicht. Unter anderem liegt das auch daran, dass sie es nicht ertragen kann, wie manchmal mit ihr umgegangen wird und sich traut Kontra zu geben, dadurch bekommt sie oft Strafen aufgebrummt. Kurz gesagt fühlt sie sich ihre gesamte Kindheit lang ungeliebt und ungewollt. Als sie volljährig ist, beschließt sie das Heim zu verlassen und als Hauslehrerinn nach Thornfield Hall zu gehen. Für sie ein sehr abenteuerliches Unterfangen, da sie noch nie etwas anderes als das Haus ihrer schrecklichen Tante und das Heim gesehen hat. Ihre Arbeit und die Unterkunft in Thornfield gefällt ihr sehr, bis der Herr des Hauses, Mr. Edward Rochester von einer Reise zurückkommt und sie sofort merkt, was für eine eigenartige Energie von ihm ausgeht, welche sie nicht sofort einzuordnen weiß. Die beiden, Jane und Mr. Rochester, lernen sich immer besser kennen und gleichzeitig geschehen mehr und mehr wundersame Dinge in dem großen Anwesen, welche Jane große Angst einjagen. Welches Geheimnis versteckt sich in Thornfield und welche Auswirkungen hat es auf Janes Leben?

 Ich wollte Jane Eyre schon ewig lesen, bin jedoch nie wirklich dazu gekommen. Irgendwann, vor ca. zwei Jahren, beschloss ich dann den Film mit Mia Wasikowska und Michael Fassbender anzusehen. Der hat mir ganz okay gefallen, aber irgendetwas fand ich unstimmig und ich weiß bis heute nicht genau was das gewesen ist. Ich kann nur spekulieren, dass es einfach die bedrückende Lebensgeschichte der Jane Eyre ist, welche man einfach nicht aufschönen oder in ein wärmeres Licht rücken kann. Als ich dann sah, dass das Blogger Portal mir zugesagt hat, dass ich das Hörspiel bekommen werde, habe ich mich sehr gefreut. Nun hatte ich die Chance die Geschichte nocheinmal ganz anders auf mich wirken zu lassen.
 Die Stimme für Jane fand ich eigentlich recht passend, auch die Stimme für ihre Tante und ihren Cousin und all die Personen welche Jane umgeben, gefielen mir recht gut. Dann hörte ich zum ersten Mal die Stimme von Mr. Rochester... Ich muss dazu sagen, ich hatte immer noch Mr. Fassbender vor Augen während des Hörspiels, weil ich ihn sehr passend für die Rolle finde, aber diese Stimme war nicht die eines "fast dreißig Jährigen" Mannes, welcher Mr. Rochester eigentlich ist, sondern eher, nichts für ungut, die eines um die 60-jährigen Mannes. Ich konnte es zuerst gar nicht fassen, dass die Wahl der Stimme tatsächlich so getroffen worden ist. Ich fand es sehr befremdlich, dass Jane sich anhörte als wäre sie gerade einmal Anfang zwanzig, was sie ja circa auch ist in der Geschichte und Edward Rochester als freue er sich schon auf seine Pension. Was hat man sich denn bei der Stimmwahl nur gedacht? Für mich war das mindestens zwei Sterne abzug wert, ich konnte mich dann aber doch besinnen und habe nur einen abgezogen.
 Der restliche Sternen-Abzug war der Musik geschuldet, welche mir ebenfalls nicht besonders zugesagt hat. Ich hatte nämlich eher mit einer netten melancholischen Klavier- oder Geigenmelodie gerechnet und nicht mit einer bedrückenden Musik bestehend aus Getrommel und Blasinstrumenten.
 Etwas das mir sehr gefallen hat war, dass die Sprecher mit sehr viel Elan und Gefühl gesprochen haben. Auch das es nicht ein ganz "normales" Herunterlesen war und teilweise mit der Auslegung des Geschriebenen gespielt wurde fand ich wirklich erfrischend und gab dem Ganzen zusätzlich das gewisse Etwas.
 Das Hörspiel hat mich trotz der paar Minuspunkte zum größten Teil sehr gut unterhalten und deshalb kann ich es schon weiterempfehlen, wenn man eben über Mr. Rochesters Stimme und die schräge Musik etwas hinweghören kann.

Alles Liebe,
Anna

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